Torwartwechsel sorgt für dicke Luft

Torwartwechsel sorgt für dicke Luft

Als sich Louis van Gaal keine Freunde macht

Während der Amtszeit von Trainer van Gaal in München ging es an der Säbener Straße manchmal zu, wie in einer Folge von Dallas und dem Denver Clan zugleich. Allzu oft flogen die Giftpfeile zwischen den Bayern-Verantwortlichen und dem eigenwilligen Coach hin und her. Verschärft wurde das angespannte Verhältnis noch dadurch, als der Niederländer ohne ersichtlichen Grund 2011 für Oldie Hans-Jörg Butt das Greenhorn Thomas Kraft zwischen die Pfosten stellte. Ein Entschluss der natürlich nicht unkommentiert blieb. Hoeneß machte den Anfang, als er van Gaal in einer Fernsehsendung eine mangelnde Kommunikationsfähigkeit vorwarf. Auch Beckenbauer zeigte für diese Maßnahme kaum Verständnis. Die Führungstroika machte van Gaal darauf aufmerksam, dass ein Torwartwechsel keine so gute Idee sei. Doch van Gaal war es egal. Er schenkte Kraft das Vertrauen, der zwar in den Europapokalspielen überzeugen konnte, aber in der Liga seine Wackler hatte. Mit Folgen: Am 25. Spieltag flutschte Kraft bei der Niederlage in Hannover ein Schuss von Pinto durch die Handschuhe. Beim Auswärtsspiel in Nürnberg landete ein Pass von Kraft direkt vor die Füße des gegnerischen Stürmers Christian Eigler, der so per Direktabnahme den 1:1-Ausgleichstreffer erzielen konnte. Es war auch gleichzeitig der Endstand. Danach wurde van Gaal vor die Tür gesetzt. Sein Assistent Andries Jonker übernahm bis Saisonende. Er schenkte wieder Butt das Vertrauen und Kraft musste zurück auf die Bank. Wie sehr das Verhältnis zwischen dem Bayern-Vorstand und van Gaal nach dem Torhüterwechsel belastet war, brachte Hoeneß nach dem Abgang des Niederländers auf den Punkt: „Mit der Entscheidung, Jörg Butt aus dem Tor zu nehmen, ging die ganze Scheiße los.“

Torwartwechsel sorgt für dicke Luft